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Rezensionen

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"Live präsentierten Andrew Cadie und Mark Bloomer eine Bühnenshow, die durch eine erstaunlich unterhaltsame und souveräne Professionalität glänzte...
... während das Publikum kaum mehr wüsste, wohin mit seiner Begeisterung."
- Folker!

"Mark Bloomer und Andrew Cadie sind umwerfend. Perfekt auf ihren Instrumenten, führten sie mit bestechendem Charme, unter Ausnützung aller Möglichkeiten des Witzes zwischen den Sprachen Englisch und Deutsch durchs Programm."
- Main-Rheiner Allgemeine Zeitung

 

"Dank ihrer exzellenten spielerischen Fähigkeiten erzeugen die Broom Bezzums einen vollen und energiegeladenen, mitreißenden Sound, der beim Publikum auf absolute Begeisterung traf."
- Echo (Bergstrasse)

 

"Minimale Besetzung und maximaler Sound"
- Mannheimer Morgen

 

„Mark Bloomer und Andrew Cadie sind beide gekonnte Folkmusiker, aber die freudvolle Ausgelassenheit ihrer Musik hebt sie von den Rest hervor.“
- Roots Music (UK)

„Ausserdem beeindruckte neben dem technischen Können der beiden Musiker ihre sympathische und erfrischende Lockerheit – Die „Broom Bezzums“ spielen ihrer Musik nicht einfach nur, sie leben sie.“
- Schaffhauser Nachrichten (CH)

 

Volle Texte

Broom Bezzums ~ Under the Rug (2008)

Das Duo Broom Bezzums kehrt auf seiner zweiten CD das eigene Können keineswegs „unter den Teppich“. Die beiden Engländer überzeugen mit interessantem Material und hohem musikalisch-technischen Standard. Sie ergänzen sich optimal und haben einen sehr eigenständigen Weg eingeschlagen. “Two Man – Band” ist eine treffende Beschreibung. Die Arrangements sind stimmig und dicht, und auch ohne elektrische Verstärkung kommt eine Menge Energie rüber.

Mark Bloomer und Andrew Cadie leben seit einigen Jahren in der Pfalz. Mark stammt aus Birmingham, Andrew aus Berwick hoch im Norden. Kennengelernt haben sich die beiden 2005 in Deutschland, wo sie mit ihrer Musik und ihrer humorvollen Live-Präsentation viele Freunde gewonnen haben. Der Name bezieht sich übrigens auf ein Lied, in dem Reisigbesen zum Kauf angepriesen werden.

Andrew Cadie hat in Newcastle Folkmusik an der Uni studiert, was die Instrumente Gitarre, Small Pipes und Fiddle einschloss. Die Geige ist sein Hauptinstrument, er vertritt einen enorm variantenreichen, echten Folk-Stil mit deutlichem regionalen Akzent. Von seiner Heimat zur schottischen Grenze ist es nicht weit, was man deutlich hört. Mark Bloomer steht ihm nicht nach. Er spielt raffinierte Akkorde auf der Gitarre, begleitet auch mit Mandola, Mandoline oder Whistle. Begleitung ist eigentlich untertrieben, ergänzende oder kontrastierende Melodien und rhythmische Verschiebungen geben beim Hören einiges zu entdecken. Beide Hälften der Kleinst-Band singen eher zurückhaltend, aber überzeugend, sowohl solo als auch zweistimmig.

Kein Rock, kein Punk, das hier ist Folk pur. Mit dem Auftaktstück Binnorie ist gleich klar, wo’s lang geht. Es ist eine vielstrophige, im Wechsel gesungene Ballade um einen Schwestern-Mord, vielleicht manchen in der heiteren Clannad-Version als Two Sisters bekannt. Die Broom Bezzums geben der düsteren Geschichte einen angemessenen Rahmen und halten die Spannung über volle sechs Minuten. Hier kommt auch Gastmusiker Johannes Rollenbeck zum Zuge, der effektvoll seinen Kontrabass einsetzt.
Es folgt der erste von drei reinen Tune-Sets, die neben Überliefertem eine ganze Reihe eigene Jigs und Reels enthalten. Die Instrumentalstücke sind durchaus druckvoll, die gewollten Brüche in Takt und Tempo aber etwas gewöhnungsbedürftig. Nachspielen dürfte wegen der vielen überraschenden, verschnörkelt konstruierten Wendungen schwierig sein.

Bemerkenswert ist die enge Verbundenheit der BB’s mit historischen Ereignissen und die Identifikation mit den Kämpfen der Unterschicht, vom Hungermarsch in Birmingham 1782 bis zum Bergarbeiterstreik unter Margaret Thatcher 1984/85. Andrew Bloomer hat den Text der Brave Dudley Boys stimmig neu vertont.

Wer wie ich der Idee zuneigt, dass Folk nicht nur ein Sound, sondern auch eine Haltung ist, wird sich mit den Broom Bezzums gut anfreunden können. Hier wird keine Parallelwelt aufgebaut, sondern der Bezug zur sozialen Wirklichkeit gesucht. „Turning steel, how do you feel“…ist der Refrain des Factory Lad aus dem Jahr 1969. Ein Fabrikarbeiter an der Drehbank sehnt das Ende seiner Arbeitszeit herbei. Die Perspektive, seine gesamte berufliche Tätigkeit am selben Platz zu verbringen, weckt inzwischen nostalgische Gefühle. Das gegenwärtige Arbeitsleben trifft eher Banks of the Dee: „I can’t get employment, for my hair, it’s turned grey.“Das wird halb verwundert, als Beobachtung mitgeteilt, ohne Selbstmitleid, und auch musikalisch pointiert. Im ironischen Loblied auf das Bettlerdasein, dem Begging Song, lassen sich weitere aktuelle Bezüge finden. Auch der Blind Fiddler, der sich in einem amerikanischen Traditional vorstellt, hat seine Energie nicht verloren.

Anerkennung verdient Andrew Cadie für seinen drei eigenen Songs, die neben historischem Interesse einiges Liedermacher-Können zeigen. Interessante Melodien, nachvollziehbare Inhalte. Humorvoll ist die ganz traditionell gehaltene Warnung vor den schönen Maiden, die unbedarften jungen Männern Kreditkarten-Verträge aufschwatzen: The Clipboard Lassies. Gar nichts Gruseliges hat The Miner’s Ghost, wo, der Geist eines Bergmanns vom Besuch der Ur-Urenkelin in seinem Cottage berichtet. Es geht um die unsichtbare, aber fortbestehende Verbindung zwischen dem Leben früherer und heutiger Generationen.

This Happy Marriage ist ziemlich textlastig, hat aber einen Ohrwurm-Refrain, wie man ihn in den Folkclubs der Insel liebt. Der Titel bezieht sich auf die Vereinigung der Königreiche von England, Schottland und Irland. Die Regierung im fernen London provozierte immer wieder Rebellion auf allen Seiten der geographischen Grenzen. Cadie meint, diese Renitenz habe die verschiedenen Völker immer miteinander verbunden und singt in guter linker Tradition ein Loblied auf das „Multikulturelle“: „Does it matter where we’re born or whence our fathers’ fathers came – if you ask me we’re much the same”.

Under the Rug bietet intelligent gemachte, spannende Musik, die man vielleicht nicht ständig hören möchte, aber hin und wieder brauchen kann, um sich selbst zu „erden“. Außerdem jedem empfohlen, der sich ernsthaft mit akustischen Zupfinstrumenten und Folk-Fiddle beschäftigt.

- Celtic Rock Music, April 2010


BROOM BEZZUMS
Under The Rug

(Steeplejack Music SJCD011/H’Art Musik Vertrieb, www.hart.de)
12 Tracks, 50:02, mit engl. Infos und Texten

Andrew Cadies und Mark Bloomers Zweitling ist eigentlich wie ihr Debüt: traditionelle – oder traditionell klingende – Songs aus England und ebensolche Tunes auf Fiddle, Gitarre, Northumbrian Pipes, Mandoline, Mandola und Whistle. Immer noch in Deutschland ansässig, bevorzugen die Nordengländer weiter den sympathisch geradlinigen traditionellen Sound, der Anleihen aus anderen Genres oder Kulturen nicht benötigt und doch nicht ausgrenzend klingt. Da ist schon ihr unaufgeregter politischer Anspruch vor, siehe etwa das eindrucksvolle „This Happy Marriage“. Einziger, aber wichtiger und deutlich hörbarer Unterschied zum Vorgängeralbum: Die Broom Beezums sind selbstbewusster geworden. Im Umgang mit ihrem Material souveräner und erfreulich unverkrampfter, auch in den Arrangements. Vielleicht ein Ergebnis der immer zahlreicheren Konzerte. Auch der Rezensent hat die Broom Beezums mittlerweile live erlebt und kann bestätigen: Die Jungs bringen die Lieder und Melodien auf der Bühne problemlos so überzeugend rüber wie auf dem Album. Zwar zählen sie immer noch nicht zu den Lautsprechern der Szene, aber das wird sie nicht davon abhalten, laufend neue Fans zu gewinnen. Dies tolle Album wird dabei helfen.

- Mike Kamp, Folker! 02.2009


BROOM BEZZUMS
»Under The Rug«

Ja, der keltische Reisigbesen heizt richtig ein! Mark und Andrew haben keltische Wurzeln, ihre Folk-Musik
entstammt ihrer Seele. Ihre Mischung aus Tradition und Eigenkomposition ist authentisch mit Fiddle, Gitarre und Northumbrian Pipe instrumentalisiert, und auch den Humor vergessen sie nicht. Eine Produktion, die sehnsüchtig macht nach den Highlands und einer anständigen Pinte englischen Bieres, rundum gelungen!

- Musiker Magazin, 01/2009

Konzert: Irische Nacht im Rimbacher Kunstpalast begeistert die Zuhörer im ausverkauften Thourottesaal der Alten Schule
...Es war fast halb elf ehe die Broom Bezzums, Andrew Cadie und Mark Bloomer, die Bühne übernehmen konnten. Die zwei Engländer kombinieren britischen Witz mit anspruchsvoller Musik. „Unsere Debut-CD ist auf Platz 2368 der Charts. In Litauen,“ scherzte Cadie. Das Repertoire des Duos erstreckt sich von sozialkritischen Liedern der englischen Arbeiterklasse über schottische und irische Stücke, gelassene Tanzmelodien bis hin zu starken Liebesliedern. All dies war immer garniert mit lustigen, teil bissigen Erklärungen zwischen den Stücken. „Wir mögen es, wenn ihr Geräusche macht. Und eigentlich ist es uns egal, welche,“ sagte Cadie. Am liebsten sei ihnen aber das Geräusch, das sich anhört, als ob man aus Versehen auf einen kleinen Hund getreten sei. „Ich habe festgestellt, wenn man es mit Absicht macht, ist das Geräusch ist das Gleiche,“ grinste Cadie. Dank ihrer exzellenten spielerischen Fähigkeiten erzeugen die Broom Bezzums einen vollen und energiegeladenen, mitreißenden Sound, der beim Publikum auf absolute Begeisterung traf.

In dem Arbeiterlied „Blackleg Miner“ erzählen die beiden Künstler davon, wie bei einem Streik in Newcastle die Grubenbesitzer Streikbrecher aus einem anderen Bezirk herbeischaffen und dabei eine bedrohliche Situation zwischen den Arbeitern entsteht. 1744 habe es auch eine Finanzkrise gegeben, erzählte Mark Bloomer. Die Bergmänner seien zum Rathaus gelaufen, um für die Senkung der Lebensmittelpreise zu demonstrieren. Nach dem nichts passiert sei, seien die Arbeiter randalierend durch die Stadt gezogen. „Es gab keine Autos, also haben Sie die Pferde umgeschmissen,“ grinste Bloomer. „Und wie ihr seht, ist das in England bis heute so geblieben. Jeden Freitag und Samstag – in the name of Tradition.“ Die traditionellen Songs aus England und Tunes auf Fiddle, Gitarre, Northumbrian Pipes oder Mandola sorgten für große Begeisterung beim Rimbacher Publikum. Der sympathisch geradlinige Sound zog die Zuhörer in einen Bann, dem sich kaum jemand entziehen konnte. Es wurde geklatscht, getanzt und gesungen bis spät in die Nacht.

- Echo (Bergstrasse), Maerz 2009

EHRLICHE LIEDER DES EINFACHEN VOLKES
Das britische Folk – Duo „Broom Bezzums“ beim Weilerbacher Kleinkunstverein „Dreschflegel“ im ausverkauften Bürgerkeller

Von Walter Falk

Kein Chance für melancholische Winterstimmung am Samstagabend beim Weilerbacher Kleinkunstverein „Dreschflegel“: Mit englischen, schottischen und irischen Arbeiterliedern und Tänzen begeisterte das britische Folk-Duo „Broom Bezzums“ sein Publikum, das selbst nach drei Zugaben die sympathischen Künstler nicht von der Bühne lassen wollte.

Das gab es also schon immer, dass Frauen im Zwiespalt zwischen der großen Liebe und einem Mann mit Geld sich letztendlich doch für den Herrn mit Kohle entscheiden. Das Traditional aus Irland erzählte von dieser Liebestragödie, und Mark Bloomer sang sich dabei in die Herzen der Zuhörer, während Andrew Cadie seinen Northumbrian Pipes subtile Melodien entlockte und so die Stimmung noch verstärkte. Der Blasebalg dieser Sackpfeife füllt durch den Druck des Armes den Sack aus Lederhaut, wodurch die Luft in die Pfeife gelangt und ein ununterbrochener Luftstrom entsteht.

Noch spannender aber war das Arbeiterlied „Blackleg Miner“. Es erzählt davon, wie bei einem Streik in Newcastle die Grubenbesitzer Streikbrecher aus Wales herkarren und dabei eine bedrohliche Situation zwischen den Arbeitern entsteht. Mit welchen brutalen Mitteln junge Burschen in der Feudalzeit zum Militärdienst gedungen wurden, davon berichtete das Duo in dem Song „Here’s the Tender Coming“. Sie wurden entweder mit dem Holzhammer bewusstlos geschlagen oder besoffen gemacht und dann auf Schiffen entführt. Sehr gefühlvoll sang davon Cadie, wobei er jeder Zeile mit virtuosem Geigenspiel beantwortete.

In „Love is Pleasing“ sang Cadie wie ein heulender Wolf, der den Mond anbetet. Und auf seiner Geige bot er ein atemberaubendes Feuerwerk technisch vertrackter Spielereien, das dem verdutzten Publikum suggerierte, der Geiger habe es mit dem Leibhaftigen. Zusätzlicher Wärme verbreitete Mark Bloomer mit dem Spiel auf der Whistle, einer Flöte, das einen gefangen nahm. Seine luftigen und duftigen Flötentöne hatten wenig Mühe, das irische und schottische Flair ein- und auszuartmen und gaben der Musik ein seltsam altertümliches und gleichzeitig filigranes Flair.

Den pulsierenden und straffenden Teppich für all das bot Bloomers Handarbeit auf der Gitarre, die ab und an respektvoll zurücktrat vor den virtuosen Künsten Cadies. Da machte sich bemerkbar, dass Bloomer als Jungspund mal Schlagzeug in einer Rockband gespielt hatte.

Zur Folkmusik kam er, wie er erzählte, durch einen sechsjährigen Aufenthalt auf der Grünen Insel. Heute lebt er in der Nähe von Idar-Oberstein, wohin ihn die Liebe geführt habe. Cadie’s „Liebespfade“ haben ihn nach Weisenheim am Berg geführt. Eigentlich kommt er aus Northumberland, dem englisch-schottischem Grenzgebiet, das eine eigene lebendige Folk-Kultur besitzt.

Es sind die Lieder des einfachen Volkes, denen sich die beiden smarten, lebenslustigen Engländer verschrieben haben. Und die spielen sie handgemacht, ehrlich und absolut authentisch. Mit ihren ständig sich wiederholenden Melodien und dem eigenartig stampfendem Rhythmus zogen Sie die Zuhörer im rappelvollen Bürgerkeller in eien Sog, dem sie sich schwerlich entziehen konnten. Nur mit Guinness konnte man den hinunterspülen.

- Die Reinpfalz, Januar 2007

Homogenes Folk-Duo

„Als Support-Act betraten aber zunächst die „Broom Bezzums“ die Kammgarn-Bühne. Mit viel Charme und Humor liessen die in Deutschland lebenden Engländer Andrew Cadie (Vocals, Geige, Gitarre, Northumbrian Pipes) und Mark Bloomer (Vocals, Gitarre, Mandoline) vom ersten Moment an den Funken überspringen. In ihrem Set fanden neben traditionellen Jigs aus Nordengland und Worksongs aus der Zeit der industriellen Revolution auch Eigenkompositionen von Andrew Cadie Platz, bei denen dessen charakteristische Folk-Melodien auf der Geige und Mark Bloomers empathische Gitarrenbegleitung zu einem unglaublich homogenen Ganzen verschmolzen. Ausserdem beeindruckte neben dem technischen Können der beiden Musiker ihre sympathische und erfrischende Lockerheit – nicht nur in den witzigen Ansagen und Erklärungen zu den Songtexten über unerfüllte Liebe oder unterdruckte Arbeiter, sondern auch in der sehr spontanen Herangehensweise an die Lieder. Die „Broom Bezzums“ spielen ihrer Musik nicht einfach nur, sie leben sie. Das Publikum zeigte sich von den charmanten Deutsch-Engländern begeistert.“

- Schaffhauser Nachrichten, März 2008

 

Folk-Highlight aus England

Pete Morton & Broom Bezzums

Cobbler’s, Germering 16.2.2008

„Für sein diesjähriges Konzert im Cobbler’s Irish Pub in Germering (bei München) brachte der englische Singer/Songwriter Pete Morton das relativ unbekannte Duo Broom Bezzums aus der Pfalz mit. Doch aufgemerkt – auch wenn die beiden jungen Herren, die sich „Reisigebesen“ nennen, mit einem deftigen Pfälzer Dialekt aufwarten können, so handelt es sich doch um astreine Briten. Dass sie ihren Wohnsitz in den deutschen Süden verlegt haben, hat ihren keltischen Wurzeln in keiner Weise Abbruch getan. Im Gegenteil, jetzt klappt das mit dem Publikumskontakt erst so richtig gut. Vor kurzem ließ sich schon das Debütalbum der eingewanderten Musker Arise you sons of freedom... aufhorchen. Live präsentierten Andrew Cadie (Gesang, Fiddle, Gitarre, Northumbrian Pipes) und Mark Bloomer (Gesang, Gitarre, Whistle, Mandoline) eine Bühnenshow, die durch eine erstaunlich unterhaltsame und souveräne Professionalität glänzte.

Die Broom Bezzums boten ein abwechslungsreiches Repertoire, und der inhaltliche Schwerpunkt lag, dem Titel ihrer CD entsprechend, bei sozialkritischen Liedern, wobei mir vor allem der gefühlvolle Gesang von Andrew Cadie gefiel. Diese Stimme sollte man sich merken, und wer mehr davon hören will, dem sei sein Soloalbum The Snow Tree empfohlen. In Germering kamen die Broom Bezzums so gut beim Publikum an, dass sie Pete Morton, den eigentlichen Star des Abends um ein Haar den Show gestohlen hätten, und die Zuhörer entließen das Duo erst nach zwei Zugaben in die Garderobe.

Die Begeisterung der gut vorgewärmte Zuhörerschaft schien Pete Morton, der britische Troubadour der großen Gefühle [...]

...Das wirkliche Highlight des Abends war jedoch erst mit der abschließenden Session Pete Mortons, Andrew Cadies und Mark Bloomers erreicht. Mit sichtbarem Spaß standen die Drei aud der Bühne und legten noch einmal richtig los. Es wurde auf Plattdeutsch gesungen, dann der 79er Dylan-Reggae „Man Gave Names to All the Animals“ angestimmt. Spätestens da gingen auf der Bühne die Gäule durch, während das Publikum kaum mehr wüsste, wohin mit seiner Begeisterung. Die Zugabe dauerte an, und man machte keinerlei Anstalten, die drei Musiker, die fast am verdursten waren, von der Bühne zu lassen, bis sich dann doch jemand erbarmte und das licht anknipste...“

- Folker! 03.08

 

„Das „Folkival war ein voller Erfolg – Sieben Bands waren an den beiden Abenden zu hoeren.
“Vor allem die Broom Bezzums raeumten den meisten Applaus ab“, freute sich [Festival-Veranstalter] Single mit den beiden jungen Englaendern, die in ihrem Programm auch mit Liedern der britischen Arbeiteklasse einen politischen Standpunkt vertraten.“

- Nürtinger Zeitung

KONZERT Broom Bezzums in Odernheim

ODERNHEIM (wmy). Das Folkkonzert mit Broom Bezzums - im Saal der Pizzeria Pompeo war von der Kulturinitiative (KInO) vollmundig angekündigt: "Englische, schottische und irische Lieder über hart arbeitende Männer und junge Liebende, mit ausgelassenen Tänzen, wehmütigen Melodien und großartigen Balladen", und das mit vollem Recht. Marc Bloomer und Andrew Cadie sind umwerfend. Perfekt auf ihren Instrumenten, führten sie mit bestechendem Charme, unter Ausnützung aller Möglichkeiten des Witzes zwischen den Sprachen Englisch und Deutsch durchs Programm. Da sie nicht vornehmlich irische Balladen singen, müssen ihre Stimmen auch nicht rauch- und whiskydurchzogen sein. So sind sie perfekt für die Breite und Vielfalt ihres Programms, das neben Originals mit einer Reihe bestechender eigener Kompositionen aufwarten kann.

Um schließlich die Ankündigung nicht Lügen zu strafen, nahmen sie kurzerhand ein Traditional in ihr Programm mit auf. Wer die Gelegenheit ergriffen hatte, sich eine der beiden CDs mit nach Hause zu nehmen, konnte feststellen, dass die Faszination der Musik von Broom Bezzums sich keineswegs der Besonderheit des "Life"-Erlebnisses verdankt.

Dass mit dem Konzert auch erstmalig der Saal über der Pizzeria an die Grenzen der Räumlichkeit geriet, war nur zum Teil den Odernheimern selbst zu danken. Vielmehr dürfte eine knappe Hälfte den Fans geschuldet sein, die die Reise nach Odernheim nicht gescheut haben.

Mark Bloomer unterrichtet Englisch in einer Schule im Saarland. Und das ist für ein solches Erlebnis für seine Fans keine Entfernung. Kurzerhand wurden zwei Reihen Stühle eingezogen und die Tische enger aneinander geschoben.

Wenn schließlich nicht der Sohn von Mark Bloomer auf seiner Zubettgehzeit bestanden hätte, dürfte der Abend schwerlich ein Ende vor 12 gefunden haben. Das Publikum hätte wohl so heftig nicht einmal klatschen müssen, denn offenkundig hatten die Musiker kaum weniger Spaß als die begeisterten Zuhörer.

- Main-Rheiner Allgemeine Zeitung


Minimale Besetzung und maximaler Sound

Randalierende Bergmänner, unglücklich Verliebte und ein märchenhaftes Happy End. Die Geschichten des Folkduos Broom Bezzums führten die Zuhörer auf die grünen Wiesen Irlands und in die verrauchten Arbeiterpubs Englands aus längst vergangenen Tagen. Die Musiker Mark Bloomer und Andrew Cadie beeindruckten ihr Publikum im Café Filsbach mit den Fiedel- und Gitarrenklängen ihrer Heimat.
„Bei den Tunes könnt ihr ruhig auch mal Geräusche machen,“ munterte Andrew Cadie die Zuhoerer auf. Das anfangs eher schüchterne Publikum liess sich nicht lange bitten und trieb die Musiker mit Klatschen zu Höchstleitungen an. Einige echte Broom Bezzums- und Folkfans sangen die Folkklassiker und den eigenen Kompostionen des Duos mit. Die Stimmung in dem eher kleinen und voll besetzten Cafe Filsbach glich fast der eines englischen Pubs.


Genau diese intime Atmosphäre schätzt Gerd Hackl, Mitglied des Vereins alcultura, der das Konzert sponsorte. „Die Konzerte im Cafe Filsbach sind echte Geheimtipps,“ findet Gerd Hackl. Fernab vom Mainstream und den Massenevents könne man hier Musik auf hohem Niveau und ganz nah erleben. Die beiden Musiker selbst gaben sich eher bescheiden. In ihren Liedern wollten sie mit ihrer Fingerfertigkeit nicht angeben. „Mit der Musik wollen wir Geschichten erzählen und die Melodie soll einfach nur die Worte unterstützen, „ erzählt Andrew Cadie. Nebem Gitarre und Geige spielt Andrew Cadie den Northumbrian Dudelsack, der ihren Stücken einen besonderen Klang gibt. Mark Bloomer begeisterte mit seinem vielseitigen und kräftigen Gitarrenspiel. Seine rauchige Stimme scheint für Folksongs geradezu gemacht zu sein.


In einem äusserst charmanten gebrochenen Deutsch erklärten die beiden Musiker ihrer Songtexte- und das mit einer gute Portion englischen, schwarzen Humors. Und so war es schwierig zu sagen, ob die Broom Bezzums die Herzen des Publikums nun mit ihrer Musik oder ihrem Charme eroberten.

- Mannheimer Morgen, 25.03.2009

 


Die Englishe Band “Broom Bezzums” heizte die Stimmung mit ihrer Musik und zudem ihrem schwarzem britischen Humor an. Viel Abwechslung boten die beiden Vollblutmusiker mit Gitarre, Geige und Dudelsack und englisch-schottischen Liedern. Grosse Lacher ernteten sie bei ihren Ansagen im Pflaelzer Dialekt...

- Ruhr Nachrichten West, 22. Dez. 2007

 

MELANCHOLISCH, KNURRIG, VERTRÄUMT UND VERLIEBT

Folk-Duo „Broom Bezzums“ begeistern bei ihrem Auftritt im Haus am Lindenbrunnen in Vinningen

Da hat höchstens noch das ein oder andere Glas Real Ale gefehlt und ein bisschen Tabakrauch in der Luft. Dann hätte man sich am Freitag im Haus am Lindenbrunnen in Vinningen bei den Klängen der „Ginsterbüsche“, den „Broom Bezzums“ Mark Bloomer and Andrew Cadie, gehühlt wie in einem Pub in Newcastle, in dem trinkfeste Bergleute ihre Lungen mit nicht immer ganz stubenreinen Songs lüften.

Die Kraft dieser Lieder wird wohl nie versiegen. Geschichten von hart arbeitenden Männern, jungen Liebenden mit mal mehr, mal weniger Fortüne, ausgelassene Tänze, wehmütige Melodien, Balladen, in denen die holde Maid ihre „lilywhite hand“ dem Geliebten reicht und alle wissen, beide sind zum Tode geweiht. Die ganz Großen der Branche haben sich bei diesen Songs bedient, John Lennon in seinem „Working Class Hero“, Bob Dylan im „Northcountry Blues“ und auch der große Blues-Shouter Eric Burdon aus Newcastle hat sich zunächst daran geschult. Man kann diese Lieder allesamt selber singen und spielen. Man kann aber, wie am Freitag im voll besetzten Lindenbrunnen, zwei Könnern wie den „Broom Bezzums“ zuhören.

Man muss aufrichtig sein. Dieser Tage gibt es nicht mehr viel Gelegenheit, zwei jungen knuffigen Typen zu-zuhören, wie sie in einem fast privaten Rahmen, ohne jegliches elektronisches Stützkorsett, ihre Songs über die Rampe bringen. Selbst die Club-Szene der „Irish Pubs“ mit dem Standard-Repertoire ihrer Sänger und Gitarristen bietet das kaum oder gar nicht. Das Radio sowieso nicht.

Die Instrumentierung bis hin zur Stimmung der Gitarre so authentisch, das selbst knochentrockene Puristen nicht meckern können. Dazu Fiddle und Violine (sic) und die Northumberland Small Pipes, eine Sackpfeife, die es Geübten erlaubt, gleichzeitig zu spielen und zu singen und – mit etwas Geschick – zu trinken. Die Gitarre, wie oft bei keltisch verwurzelte Musik, in der sogenannten DADGAD-Stimmung, die es gestattet, die Tonalität zwischen Dur und Moll in der Schwebe zu halten, da keine Terzen stören. Dazu zwei Könner, die ihre Instrumente nicht nur fehlerlos, sondern im Falle des Fiddle-Spielers Andrew Cadie auch mit virtuosem Aplomb zu bedienen in der Lage sind. Obendrauf das kräftige Stimmorgan von Mark Bloomer und der lyrische Bariton von Cadie, der seinen Gesang selbst auf der Fiddle begleitet. Auf der Gitarre die ein oder andere Trickserei mit gleich zwei Kapodastern (mechanische Querriegel, mit dem man Fingersätze leichter Transponieren kann), die ein klanglich reizvolles Spiel mit den leeren Basssaiten erlauben.

Am ende des Tages sind es nur die Details, was zählt, ist die Art und Weise, wie die „Ginsterbüsche“ ihre Songs spielen. Da mögen sie in den Ansagen noch so sehr geflachst haben, nach drei Tönen gehen sie ganz in ihren Liedern auf, sind respektvoll, melancholisch, bärbeißig und knurrig, verträumt und verliebt. Das sind Momente, in dem das Publikum etwas geschenkt wird, wo Folkmusik, ob aus traditionellen Quellen oder stilgerechte Eigenkompositionen, ihre ganze Kraft entfaltet. Die „Broom Bezzums“ würden sich noch in jeder lärmigen Kneipe durchsetzen, weil man einfach zuhören möchte, was sie zu sagen haben. Es gibt viele großartige Bands in diesem keltischen Genre wie die „Matching Ties“, die Anfang des Jahres im „Parkplatz“ zu hören waren. Es gibt aber auch die „Broom Bezzums“, die einem zu Herzen gehen

- Die Rheinpfalz, Montag 29. Oktober 2007

Broom Bezzums CD "Arise You Sons of Freedom"

Die Broom Bezzums sind ein britisches Duo, das in der Pfalz wohnhaft ist.
Mark Bloomer singt und spielt Gitarre; Andrew Cadie singt ebenfalls
und spielt Fiddle und Northumbrian Pipes, die er beide noch in seiner
nordenglischen Heimat bei Kathryn Tickell gelernt hat.
Broom Bezzums heißt etwa so viel wie Reisigbesen, und beide veranstalten
einen musikalischen Kehraus. Zwar sind vier der Tracks Tune-sets, im
Zentrum stehen aber die Songs, traditionelle englische Lieder, zum Teil
von Mark mit Melodien versehen: Titel wie "Working Men of England".
"The Blackleg Miner", "Here's the Tender Coming" oder "Oakey Strike Evictions"
zeigen ganz deutlich northumbrische Wurzeln als auch einen working class Standpunkt. Dominic Behans "Crooked Jack" und Andrew Cadies eigenes "Chains of Tyranny"
unterstützen dies noch. Musikalisch holen Bloomer und Cadie alles heraus, was aus
einem Duo ohne Tricks und Firlefanz herauszuholen ist. Erinnerungen an Martin Carthy /
Dave Swarbrick werden.
Also ihr Thatchers, Blairs und Bushs, habt acht!

- Folkworld.de


„Wir Engländer haben das Traumwetter nicht mitgebracht", scherzte Mark Bloomer, eine Hälfte des Duos „Broom Bezzums", das das erste Set spielte. Bloomer (Gitarre, Gesang) und Kollege Andrew Cadie (Fiddle, Dudelsack, Gesang) leben seit Jahren in Deutschland, haben ihre musikalischen Wurzeln aber nicht vergessen: Ihr Repertoire setzt sich aus englischen Arbeiterliedern und keltischen Folklore-Traditionen zusammen.

Reduzierter als in dieser Duo-Besetzung geht es kaum. Beide Musiker erzeugen dank ihrer exzellenten spielerischen Möglichkeiten auf Gitarre und Fiddle einen so vollen Sound, dass einem andere Instrumente nicht fehlen.

- WAZ Gelsenkirchen


Isaar – Viele Szenen im Dorfsaal in Isaar erinnerten am Samstagabend eindeutig an die besten Zeiten, auf die der dort beheimatete Folkclub in seiner 17-jährigen Geschichte zurück blicken kann. „Broom Bezzums“ lud nämlich urplötzlich die Gäste ein, die vorgestellten Reels, also die oftmals mit viel Feuer angebotenen energiegeladenen britischen Folktänze, einfach mitzutanzen. So entstand flächendeckend Spaß, Party, Stimmung und ein insgesamt erfrischendes Gefühl.
Andrew Cadie (Gesang, Fiddle, Gitarre, Dudelsack) und sein Partner Mark Bloomer (Gitarre, Gesang, Mandoline) hatten sich schon auf der Reise hierher einiges vorgenommen. Man sei ja nicht 500 Kilometer gefahren, um dann an irgendeiner Stelle müde zu wirken, hieß es vorab. Live verbanden sie druckvoll die besten Traditionen der englisch-schottischen Folkmusik mit sozialem Gedankengut.
Keltische Balladen
Logisch: Denn inhaltlich ging es oftmals um das überaus harte Leben der britischen Bergmannsfamilien. Die hatten wohl nie viel zu lachen, wie die vorgestellten Songs es klar und deutlich beschrieben. Von diesem Standort aus erreichte das seit gut zwei Jahren gemeinsam musizierende Duett leicht auch andere tönende Ufer. Dort befanden sich Stellen voller keltischer sowie irischer Balladen. Und mit diesen Zutaten wirkte die musikalische Reise sehr dynamisch und begeisterte das Publikum.
Freche, aber gut gemeinte Sprüche gab es von den beiden Akteuren ebenso genug. Und nicht nur die Instrumente wechselten sie häufig. Parallel dazu hüpften die beiden Künstler auf der Bühne unentwegt hin und her. So etwas zündete bei ihrem ersten Einsatz vor einem oberfränkischen Publikum. Überhaupt sei Deutschland schön, sagten sie. Hier fühlten sich die zwei Musiker zusammen mit ihren von hier stammenden Frauen sowie Familien sehr wohl.
Nebenbei kämpften sie sich dabei klammheimlich in die erste Folkliga ihres deutschen Wahlwohnsitzes. Inzwischen hat das Duo mindestens vier Auftritte im Monat. Und damit stieg ganz schnell die eigene Popularität. Auch die Gäste in Isaar verlangten zum Abschied lautstark nach Zugaben sowie nach einer Neuauflage – die hoffentlich an gleicher Stelle auch gelingt.

- Frankenpost

BROOM BEZZUMS
Arise You Sons Of Freedom
(Steeplejack Music SJCD009, www.steeplejack.de)
12 Tracks, 52:22, mit engl. Texten und Infos
Ich glaube, so ganz ist das noch nicht bekannt im Lande, dass es ein relativ neues Duo von der großen Insel gibt, und dass die Jungs mit Vorliebe auch auf dieser Seite des Kanals touren. Ob es sich lohnt, sich die Broom Bezzums mal live anzutun, keine Ahnung, ich hatte noch nicht die Ehre. Aber die neue CD liegt vor, und die lässt vermuten, dass ein Abend in der musikalischen Gesellschaft von Mark Bloomer (Gesang, Gitarre, Mandoline, Mandola, Whistle) und Andrew Cadie (Gesang, Fiddle, Gitarre, Northumbrian Pipes, Trompete) zwar ein sehr unterhaltsamer, aber durchaus nicht inhaltsleerer werden könnte. Die Produktion ist angenehm zurückhaltend, dennoch geschmackvoll mit liebevollen kleinen Details. Das kann ungefähr so auch auf der Bühne klappen. Die Songs, meist mit einem nordenglischen Touch, bevorzugen die Broom Bezzums eher von der traditionellen Quelle. Das sind überwiegend Lieder, die deutlich machen, dass schon immer für ein besseres Morgen gekämpft wurde. Ein zeitloses Thema, wie das einzige eigene Lied, das beeindruckende „Chains Of Tyranny“ beweist. Die Instrumentals, die deutlich machen, dass die Herren ihr Handwerk beherrschen, sind meist Eigenwerk. Für die unzähligen größeren und kleineren Klubs der Republik!


- Folker! 01.2008


Broom Bezzums und Megson am 25.9.2008 beim Folk im Feuerschlösschen im Weinhaus Steinbach in Bad Honnef
Kontrastreicher English Folk

Donnerstagstermine sind für den Folk im Feuerschlösschen etwas ungünstig, da das Feuerschlösschen wegen der neuen Inanspruchnahme durch das Siebengebirgsgymnasium ihm dann nicht zur Verfügung steht und die Konzerte, egal wie ausverkauft sie sind, im Weinhaus Steinbach (nicht Steinhaus Weinbach, wie ich aus Versehen immer wieder sage) stattfinden müssen. Für die etwas über 20 Zuhörer dieses Abends war der Saal dort viel zu groß. Aber so saßen wir gut und geräumig, was ja auch was für sich hat, und zudem auf bequemen Stühlen. Und wer wollte, konnte sich was zu essen bestellen.

Für diesen Abend waren zwei englische Duos angekündigt: Broom Bezzums und Megson.

Broom Bezzum machte den Anfang. Andrew Cadie aus Nordostengland, aber wohnhaft in der Pfalz und Mark Bloomer aus dem Black Country in Mittelengland, aber wohnhaft in Idar-Oberstein, sind zwei junge Männer, deren einer trotzdem schon drei Kinder hat, denen er auch das eine oder andere Stück gewidmet hat. Beide sangen, Andrew spielte zudem Fiddle, Gitarre und Northumbrian Smallpipes, Mark Gitarre und Manoline. Ich bin zugegebenermaßen nicht so gut im Verstehen von gesungenem Englisch, zumal wenn es im Dialekt gesungen ist, aber die Ansagen waren auf Deutsch. Einige der Lieder handelten vom Bergbau, auch wenn Mark sagte, sein Vater habe ihm verboten, über diese harte Arbeit zu singen, von der er ja nichts verstehe. Andere waren zum Beispiel Rebelsongs und Liebeslieder. Die harten Stimmen der beiden transportierten und betonten gerade die Lieder mit aufrufendem oder anklagendem Inhalt sehr gut. Aber auch die Instrumentals waren mitreißend: Tanztunes wie Reels waren dabei, die etwas schottisch klangen, aber nicht ganz. Die Spielweise erinnerte mich an die nordenglische Band Tarras. Ein auf den Pipes gespieltes Stück hätte auch aus Deutschland oder Dänemark stammen können, war aber, wie Andrew mir später sagte, typisch northumbrisch. Die Northumbrian Smallpipes klingen übrigens sehr fein und eher leiser. Vor allem den Bordun hört man kaum oder nur, wenn der Chanter schweigt. Broom Bezzms heißt übrigens „Ginsterbesen“, und so hieß auch das Lied, dass sie als Zugabe sangen: „Kauft Ginsterbesen, kauft sie, wenn sie neu sind, so weiche Besen findet ihr sonst nirgends.“ (überssetzt von mir).

Nach Pause und obligatorischer Verlosung (ich gewann eine Blowzabella-CD) betrat das Ehepaar Stu Hanna und Debbie Palmer die kleine Bühne. Sie waren auch aus Nordostengland und haben keinen Wohnsitz in Deutschland. Stu sang und spielte Gitarre und Oktavmandola, Debbi sang auch und spielte zwischendurch mal Tin Whistle. Super klang das Zusammenspiel von Männer- und Frauenstimme, auch wenn die von Stu nicht sonderlich teif war. Das erste Lied sag er, und sie sang dabei nur hin und wieder ein Wort mit, welches dann besonders punktuell hervorgehoben wurde. Wenn sie alleine sang, klang es etwas braver, aber auch sehr feminin schön. Auch Stus Mandolaspiel begeisterte mich: Mal kräftig, gerade zu perkussiv, dann wieder zart, filigran. Unter den Liedern war eines namens „Candyman“, welches mir von der oben genannten Band Tarras bekannt war, nur dass Megson es rein a capella sangen. Später sprach ich beide Duos auf Tarras an, und bekam zur Antwort, dass Tarras und sie hier sei eben diese typische nordenglische Spielweise praktizierten, die nicht südenglisch und nicht schottisch sei, aber von beidem beeinflusst.

- Folkiger Rundbrief für Bonn, Rhein-Sieg und Umgebung Nr. 2008-08

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