New German review – Wine from a Mug

“Earworms” to Sing Along to in the Car
The Broom Bezzums CD is Perfect for Winter Days

„Wine from a mug“ heißt die aktuelle Platte der Broom Bezzums, die vor sechs Jahren im  mittlerweile geschlossenen Weißen Ross in Kirchheimbolanden zusammengefunden haben. Was für ein Glück für  alle Liebhaber feinster Folkmusik. Auch die dritte Platte der  „Ginsterbesen“, wie der Bandname übersetzt lautet, lässt keine Wünsche offen. Gerade  einmal zehn Titel umfasst die Komposition, doch bekanntlich ist ja weniger manchmal  mehr – wenn es gut gemacht ist. Und das ist „Wine from a mug“. Rund eine dreiviertel Stunde lang entführen Mark Bloomer und Andrew Cadie ihre Zuhörer in eine längst  vergangen geglaubte Zeit: die der Northumbrian Pipes, einer Dudelsackart, die Andrew in einigen Songs spielt. „Arise you sons of freedom“ war bereits ein Ohrenschmaus, aber  „Wine from a mug“ übertrifft den Erstling von 2007. Cadie und Bloomer setzen mehr auf eigene Kompositionen und einige wenigie klassiker wie “Columus Stoackade Blues”, die sie musikalisch gekonnt inszenieren.

Autofahr-Mitsing-Ohrwurm-Charakter hat auf jeden Fall „Beg, Blag and Steal“, der vierte  Track. Auf Deutsch lautet der Titel „Betteln, Schnorren und Stehlen“ und macht vor allem  eins: gute Laune. Das Potential haben auch andere erkannt, und die Broom Bezzums  landeten auf dem Dance-Floor. Die Glasgower Electro-Formation Dirty Basement hat einen Dance-Remix von ‘Beg Blag and Steal‘ veröffentlicht (zum Reinhören:  http://soundcloud.com/dirtybasement/broom-bezzumsbeg-blag-steal).

Wie der Song schon andeutet, sind die Bezzums noch lange kein Establishment geworden: Ihr  Standpunkt links der Mitte und ihre Sympathiefür die Working-Class-Heros klingt nicht nur im modernen Robin-Hood- ied „Beg, Blag and Steal“ an. In der Ballade „The Empire  Windrush“ – übrigens ein historisches Schiff, das im Krieg erbeutet wurde und 1848 die ersten englischen Einwanderer nach Jamaika brachte – erinnern sie daran, dass viele  einmal Migranten waren und wie wichtig Toleranz und Respekt ist. Auch der letzte Titel „The Liberties: Lilburn Reel“ schwimmt auf dieser Welle und setzt dem englischen  Freiheitskämpfer und demokratischen Vorkämpfer aus dem 17. Jahrhundert namens John Lilburn ein würdiges Denkmal. „Wine from a mug“: Eine Platte, die es verdient, dass der  CD-Spieler angeworfen wird. Gerade richtig für verregnete Winternachmittage: Dann  einfach Track vier ein paar Mal auf Repeat hören und die gute Laune kehrt zurück.  Garantiert. (xns)
INFO
— Broom Bezzums: „Wine from a mug“,
Steeplejack Music, 2011.
— www.broombezzums.de

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